Wasserstoff-Pilotprojekt H2CAST ETZEL: Start der Wasserstoffbefüllung von Kavernen gestartet
- Weiterer Meilenstein zur Umwidmung von bestehenden Kavernen für die Nutzung von Wasserstoff in Etzel wurde planmäßig umgesetzt
- Einbringen der ersten Tranche von insgesamt 90 Tonnen Wasserstoff
- STORAG ETZEL: „Die vorhandenen Kavernen im Kavernenfeld Etzel sind für die Wasserstoffspeicherung geeignet“
- STORAG ETZEL: „Wir setzen unsere Wasserstoffspeicherstrategie kontinuierlich fort. Die Etzeler Kavernen sind skalierbar und flexibel, sodass sich hiesige bestehende unterirdische Gas- und Ölspeicher für die Nutzung von Wasserstoff umwidmen lassen.“
Ein weiterer Meilenstein erreicht
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Umrüstung und der Dichtheitstests mit Wasserstoff von zwei Kavernen in 2024 hat STORAG ETZEL zum Jahreswechsel mit der Einspeicherung der ersten Mengen von insgesamt avisierten 90 Tonnen Wasserstoff begonnen. Die Einspeicherung ist Teil des Forschungs- und Entwicklungsprojektes „H2CAST Etzel“, mit dem die technische Umsetzung der Speicherung von Wasserstoff in Salzkavernen entwickelt wird. „Damit wurde ein weiterer Meilenstein zur Umwidmung von bestehenden Kavernen für die Speicherung von Wasserstoff in Etzel umgesetzt“, sagt Carsten Reekers, Projektleiter des Forschungs- und Entwicklungsprojektes „H2CAST Etzel“.
Der unter einem Druck von 300 bar mittels LKW-Trailern angelieferte gasförmige Wasserstoff verdrängt bei der Einspeicherung über den für Wasserstoff geeigneten Kavernenkopf und Bohrungsverrohrung die Sole aus den Kavernen. Die Sole wird über die Solanlage der STORAG ETZEL abtransportiert.
„Nach erwarteten Anlaufschwierigkeiten in der Beschaffung von Wasserstoff – man merkt, dass der Wasserstoffmarkt noch in den Kinderschuhen steckt – sind nun, Stand Ende Januar, mehrere Tonnen bei einem maximalen Druck von 170 bar sicher im Untergrund gespeichert“, so Reekers weiter. „Wir sind stolz auf das bisher Erreichte und haben jetzt gezeigt, dass die vorhandenen Anlagen im Kavernenfeld Etzel für die Wasserstoffspeicherung geeignet sind. Unsere Fachkollegen des Gasbetriebs haben die Prozessschritte für die Wasserstoffbefüllung sicher im Griff.“
STORAG Etzel setzt seine Wasserstoffspeicherstrategie kontinuierlich fort. Die Etzeler Kavernen sind skalierbar und flexibel, sodass sich hiesige bestehende unterirdische Gas- und Ölspeicher für die Nutzung von Wasserstoff zeitnah umwidmen lassen. „Wir sind startklar, wenn der H2-Markt es ist“, sagt Reekers.
In 2025 hat die STORAG Etzel gemeinsam mit ihren Projektpartnern noch einige anspruchsvolle Meilensteine im Projekt H2CAST vor sich. Der Schwerpunkt wird dann im Bau und in der Inbetriebnahme der Anlagen zur Wasserstoffreinigung liegen. Es sollen unterschiedliche Verfahren und deren Effizienz getestet werden. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits intensiv. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns auch dieser Schritt als Teamleistung mit unseren Mitarbeitern und Partnern gelingen wird“, führt Reekers weiter aus. „Als vorteilhaft zeigt sich, dass wir den Betrieb und die Wartung der Anlagen mit Fachpersonal aus unserer bestehenden Organisation bewerkstelligen können. Hier hilft uns die Jahrzehnte lange Erfahrung in der Untergrundspeicherung“, so Reekers abschließend.
Der Wasserstoff muss aufgrund der fehlenden H2-Pipelineanbindung noch per LKW in Etzel angeliefert werden. Bis in den Sommer hinein werden bis zu drei LKW-Ladungen Wasserstoff pro Woche in Etzel ankommen. Insgesamt sind ca. 200 LKW-Trailerladungen erforderlich, um den Dachbereich der Kavernen mit Wasserstoff zu befüllen. Bereits Anfang 2024 wurden im Rahmen von vorgelagerten Tests zum Nachweis der Wasserstoff-Dichtheit der Kavernen und der Bohrungsausrüstungen unter maximalem Gasdruck kleinere Mengen Wasserstoff in die Kavernen eingebracht. Zukünftig wird der Standort Etzel nach Anschluss an das bereits genehmigte H2-„Kernnetz“ per Pipeline mit Wasserstoff versorgt.
Die Einspeicherung von Wasserstoff wurde von der Aufsichtsbehörde, dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), genehmigt.
Über H2CAST Etzel
Mit dem Projekt H2CAST Etzel soll die Machbarkeit der großvolumigen unterirdischen Speicherung von Wasserstoff demonstriert und die Eignung der Salzkavernen in Etzel für die Wasserstoffspeicherung nachgewiesen werden. Der operative Betrieb der Wasserstoffspeicherung wird erprobt und dient dem Aufbau einer Wasserstoffindustrie in Deutschland und Europa. H2CAST steht für „H2 CAvern Storage Transition“, d.h. die Umwidmung der bestehenden großvolumiger Kavernen und technischer Anlagen in Etzel für die zukünftig notwen-dige Speicherung von Wasserstoff als Baustein eines erneuerbaren und damit ökologisch nachhaltigen Energiesystems.
Das Projekt wird durch das Land Niedersachsen und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.
Rückblick: Bisheriger technischer Ablauf der Arbeiten bei H2CAST
Das Projekt H2CAST sah vor, dass in eine der Zugangsbohrungen der Kavernen eine sogenannte Förderrohrtour eingebaut werden sollte, durch die nun Wasserstoff ein- und ausge-speichert wird. Ein Dichtelement, ein sogenannter „Packer“, am unteren Ende der Förderrohrtour dichtet diese verschweißten Rohre gegenüber der mit dem Gebirge zementierten äußeren Rohrtour ab.
Dazwischen entstand über die bis in eine Tiefe von ca. 1 km verlaufende Wasserstoff-Förderrohrtour ein wenige Zentimeter breiter Ringraum, vergleichbar mit einem doppelwandigen Tank. Dieser Ringraum ist mit einer Flüssigkeit gefüllt, er bildet ein Zwei-Barrieren-System gegenüber dem umgebenden Gebirge. Durch ein spezielles Überwachungssystem können bereits sehr geringe Mengen Wasserstoff, sollte dieser durch die Dichtungen hindurchdiffundieren, im Ringraum gesammelt und gemessen werden.
Neuer Kavernenkopf wurde aufgebaut
Als Bohrungsabschluss wurde ein weiterentwickelter Kavernenkopf der Firma Hartmann Valves aus niedersächsischer Produktion aufgebaut, welcher über zusätzliche Überwachungsmöglichkeiten verfügt.
Einbau eines Solependelstranges
In die Förderrohrtour ist ein weiterer Rohrstrang als Solependelstrang mit einem kleineren Durchmesser eingebaut worden. Durch diesen kann nun bei der Erstbefüllung der Kaverne mit Wasserstoff verdrängte Sole zutage gefördert werden. Eine Besonderheit besteht darin, dass im H2CAST-Projekt dieser Vorgang auch umgekehrt werden kann. Das heißt, Sole aus dem Kavernenfeld kann in die Kavernen zurück gepumpt werden, bis diese wieder nahezu vollständig mit Sole gefüllt sind. Der verdrängte Wasserstoff wird dabei in eine der beiden Kavernen umgelagert, welche in dieser Betriebsart als „Wasserstoffpipeline“ fungiert. Durch das Einpumpen oder Fördern von Sole kann das nutzbare Speichervolumen (Arbeitsgasvolumen) für Wasserstoff stufenlos variiert werden und das in der Kaverne verbleibende Wasserstoffgas zur Aufrechterhaltung des Stützdruckes, das sogenannte „Kissengas“ minimiert werden. Im folgenden Testbetrieb können damit unter anderem verschiedene Druckstufen in der Kaverne, wie in der zukünftigen Wasserstoffwirtschaft zu erwarten sind sowie die H2-Reinigung getestet werden.
Bewährte und sichere Technik aus der Erdgasspeicherung wird genutzt
Bei den Komponenten wurde weitgehend auf bereits am Markt verfügbare und geeignete Technik zurückgegriffen, welche sich bei der Speicherung von Erdgas über Jahrzehnte hinweg bewährt hat. Die Einzelelemente werden hier im Realbetrieb mit Wasserstoff getestet, sie wurden zuvor im Labor von Spezialisten unter künstlicher Wasserstoffbeladung auf ihre H2-Verträglichkeit hin untersucht.
Ziele des späteren H2-Demonstrationsbetriebes
Im Rahmen des H2CAST-Demonstrationsbetriebes soll die Langzeiteignung unter realen Betriebsbedingungen nachgewiesen werden. „Insbesondere wollen wir zeigen, dass die bereits vorhandenen Anlagen im Kavernenfeld Etzel für die Wasserstoffspeicherung geeignet sind, ohne dass es der Entwicklung neuer Bauteile bedarf. Das macht, ohne Einschränkungen bei der Anlagensicherheit, bei einem deutschlandweiten Markthochlauf volkswirtschaftlich enormen Sinn“, so Carsten Reekers Leiter des Verbundprojektes H2CAST.
Lob für die Projektpartner
STORAG ETZEL bedankt sich ausdrücklich bei den Partnerfirmen und -institutionen von H2CAST, welche mit Fleiß und Engagement die Projektziele in Teamarbeit erfolgreich verwirklichen.
Weiterer Zeitplan der Arbeiten
Im Anschluss an die Befüllung mit der ersten Tranche von rund 45 Tonnen Wasserstoff sollen die Kavernen mit der zweiten Tranche von 45 Tonnen auf insgesamt 90 Tonnen Wasserstoff bis zum höchsten zulässigen Druck beaufschlagt werden. Mit dem Bau einer obertägigen Testanlage wird im Frühjahr gestartet. Mit dieser wird voraussichtlich ab Winter 2025 der Gasspeicherbetrieb mit den Arbeitsschritten Verdichtung, Gastrocknung und -reinigung, Druckregelung, Mengen- und Qualitätsmessung ermöglicht.
Projektergebnisse werden veröffentlicht
Bis 2026 soll der Standort Etzel „H2-ready“ sein. Im Nachgang werden die Forschungsergebnisse und technischen Standards des vom Land Niedersachsen und dem Bund gefördertem Vorzeigeprojektes H2CAST Etzel anderen Wasserstoff-Kavernenstandorten in der Region zugänglich gemacht, es dient somit als „Blaupause“ für die Umrüstung von Kavernen für zukünftige Wasserstoffspeicherung in Deutschland.
Medienkontakt
Armin Garbe
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Hinweis:
Pressefotos zur kostenfreien Veröffentlichung gegen Quellenangabe „STORAG ETZEL GmbH“ können unter https://h2cast.com/de/news-presse/mediencenter und https://www.storag-etzel.de/unternehmen/news-presse/mediencenter abgerufen werden.